Am 21. September 2025 fand unser erstes Erzählcafé in Simmering statt. Es sollte ein Tag der Begegnung werden, ein Tag, an dem wir gemeinsam über die Zukunft unseres Bezirks und das wichtige Thema Sicherheit sprechen.
Die Realität des Abends
Man muss ehrlich sein, um etwas zu verändern: Der Saal war gefüllt, aber das Bild war einseitig. Niemand aus der offiziellen Bezirkspolitik ist erschienen, und auch keine gebürtigen Österreicher waren unter den Gästen. An den Tischen saßen ausschließlich wir – Menschen mit Migrationsbiografie. Wir, die wir oft als Teil eines „Problems“ thematisiert werden, waren an diesem Abend die Einzigen, die aktiv etwas gegen die zunehmende Polarisierung in Wien unternehmen wollten. Es ist eine bittere Ironie, dass genau jene Stimmen fehlten, die oft am lautesten über mangelnde Integration oder Sicherheit sprechen.
Warum wir trotzdem weiterreisen
Trotz der Abwesenheit bestimmter Gruppen war die Energie im Raum greifbar. Die zunehmende Diversität in Simmering ist eine Tatsache, die neue Wege erfordert. Wir wollen ein Umfeld schaffen, in dem sich alle sicher und wohlfühlen.
Unser Erzählcafé war der Auftakt einer Initiative, die Sicherheit nicht nur als polizeiliches Thema versteht, sondern aus der Perspektive der Menschen, die hier leben.
Unsere Ziele bleiben bestehen:
- Gemeinschaftliches Verständnis: Was bedeutet Sicherheit für eine Seniorin, was für einen Jugendlichen?
- Bedürfnisse identifizieren: Wo drücken die Ängste wirklich, abseits von Schlagzeilen?
- Sozialer Zusammenhalt: Begegnung ist das einzige Mittel gegen Vorurteile.
Ein offener Aufruf an Simmering
Wir haben eine breite Palette eingeladen: Alteingesessene, Vertreter von Apotheken, Bibliotheken, Kirchen und der Politik. Dass der Austausch diesmal nur unter Migrant:innen stattfand, zeigt, wie tief die Gräben bereits sind – aber es stärkt auch unsere Entschlossenheit.
Sicherheit entsteht durch Hinschauen, nicht durch Wegbleiben.
Wir werden weitermachen. Wir werden weiterhin die Türen öffnen und die Hand ausstrecken. Denn ein sicheres Simmering kann man nicht verordnen – man muss es gemeinsam bauen.
„Wir haben den ersten Schritt gemacht. Jetzt liegt es an den anderen, die Einladung beim nächsten Mal anzunehmen.“
Wie war die Stimmung unter den Anwesenden, als ihr gemerkt habt, dass ihr unter euch seid? Hat das den Austausch vielleicht sogar ehrlicher gemacht?






